Das Buch

Das Buch "Liebes Schulsystem" ist Anfang 2018 beim Memoiren Verlag Bauschke erschienen. Schüler zeigen auf, wie sich das erniedrigende System auf ihre Psyche und ihren Körper negativ auswirkt. Die Autorin untermalt Briefe und Geschichten, die von Schülern aus ganz Österreich verfasst wurden, mit Fragen, die einen zum Nachdenken anregen.

Auszüge aus dem Buch

Eigentlich sollte in jeder Schule ein Warnschild hängen: „Betreten auf eigene Gefahr“ , „Vorsicht, Lebenseinsturzgefahr“ oder „Achtung, Sie könnten mit ihrem Leben bezahlen“, denke ich mir.

Genau das ist es, was wir Tag ein Tag aus tun als Schüler, wir bezahlen mit unserer Energie, unserem Aufwand, unserer Lebenslust, unserer Luft zum Atmen, wir zahlen mit unserer Freizeit und somit auch mit unserem Leben.

"Liebes Schulsystem,

Schuluntersuchung. Der Lehrer als Doktor und der Schüler als Patient. Der Schüler weiß, er muss auf die Waage, er muss sich beweisen, möchte nicht bestraft werden, möchte zu keinem weiteren Doktor, der Schüler muss sich anstrengen. Seit drei Tagen trinkt der Schüler die Quellen der Fakten, des unverständlichen Wissens. Das Gewicht des Wissens wird gemessen, der Schüler muss sich ganz schwer machen, sich der Waage ausbreiten, um eine zufrieden stellende Zahl zu sehen, nicht etwa für den Schüler selbst. Ob gewollt oder nicht, sein einziges Ziel ist es, nach jedem Spucken und Würgen ein Stück leichter sein zu können, ein Stück weniger Gepäck des Hasses zu schleppen. Er wird sich der Waage offenbaren, sich umdrehen, und alles Gewürgte und Gespuckte vergessen sowie das vermeintliche Ergebnis der Untersuchung. Der Lehrer als Doktor und der Schüler als Patient. Diagnose: Bulimie "

"Für die Lehrer, die nichts weiter als Marionetten einer unveränderlichen, festgelegten Ordnung sind, gilt es, auf die Suche nach der Logik der Lehrvorschriften zu gehen. Um die Folgen enorm schlechter Arbeit und Denkleistungen, Fehleinschätzungen und Missverständnissen des Bildungsministeriums aushalten zu können und vor allem nach ihnen leben und handeln zu können, braucht es Höchstleistung, Disziplin und viel emotionale Intelligenz. Wir Schüler müssen nun also mit Aufgaben, denen es sehr an Sinn mangelt, herum kämpfen und somit Höchstleistung erbringen, um die schlechten Leistungen der Politiker und Schulleiter zu kompensieren."