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Liebes Schulsystem

 

Bildungsreformen, neue Lehrvorschriften, Zentralmatura. Gut, dass sich so viele Leute, die nichts mehr mit der Schule zu tun haben, Gedanken darüber machen. Leistung erbringen, das ist das einzige Ziel, um uns Schülerinnen und Schüler auf dem Arbeitsmarkt brauchbar und funktionsfähig zu machen. Aber wie geht es uns Schülern* eigentlich dabei? 

 

Zahlreiche Studien belegen immer deutlicher: wir leiden darunter. Die Wurzeln des gegenwärtigen Schulsystems reichen bis ins Mittelalter zurück, Organisationsprinzipien sind noch immer an das Militär angelehnt und nicht von pädagogischer Natur. Das merke ich täglich, wenn ich mir meine Klasse so ansehe. Da sitzt die Magersucht neben der Bulimie und unterhält sich über die beste Essenzeitschrift, die Depression versucht dem Burnout Überlebenstipps zu geben und die Gastritis war schon immer Einzelkämpferin. Zugegeben, alleinige Schuld an den Krankheiten, die sich in jeder Klasse wiederfinden, hat die Schule wohl kaum, aber den richtigen Umgang damit kennt leider auch niemand. Das System fährt auf einer Gleise, kann nicht Rücksicht auf alle nehmen und zerdrückt jene, die nicht die richtigen Schienen besitzen. Die Folgen dessen sind für uns inzwischen kranke Schülerinnen und Schüler schwer auszuhalten: der Stress, die Angst und der Druck. So werden wir nunmal auf  das Leben da draußen vorbereitet. Aber worauf soll ich bitte vorbereitet werden, auf ein Psychologiestudium? 

 

Tag ein Tag aus sehe ich die Folgen des österreichischen Schulsystems auf Kinder und Jugendliche, die Folgen der ungerechtfertigten, meist unfairen Benotung, des Schulstresses im Alltag und die Folgen der Prüfungsangst. Eigentlich sollte in jeder Schule ein Warnschild hängen „Betreten auf eigene Gefahr“, „Vorsicht, Lebenseinsturzgefahr“ oder „Achtung, Sie könnten mit Ihrem Leben bezahlen“! Das denke ich mir, wenn ich mir meine erkrankten Freunde* so ansehe. Ein Schüler hat mir erzählt, sie wären am Anfang der 9.Schulstufe 35 Schüler gewesen, wären nach zwei Jahren aber um die Hälfte weniger, weil sie den Stress nicht mehr aushielten und die Schule abbrachen. 

 

Eines steht fest: jeder Schüler* hat mit Problemen zu kämpfen, unabhängig davon, ob der Auslöser jener Schwierigkeiten die Schule selbst ist, oder etwas Externes. Wir alle versuchen, das System in unserem Leben auszuhalten und die neun verpflichtenden Schuljahre so gut als möglich mit unseren Kreuzen auf dem Rücken zu meistern. Was auch immer man in der Schule lernt, was auch immer im Nachhinein noch an Wissen, Erinnerung und Bildung vorhanden bleibt, das Einzige, was jeder Einzelne von uns für sein Leben gelernt hat, ist, das Unvermeidliche zu ertragen. Das ist genau der Punkt: Wir müssen lernen, unsere Bildung auszuhalten, ist das nicht Beweis genug dafür, dass eine Veränderung her muss? Ich für meinen Teil konnte meinen Mitschülern nicht länger dabei zusehen, wie sie nach und nach zerbrachen und ließ sie mir ihre Geschichten erzählen. Ich habe alle aufgeschrieben, Geschichten der Demütigung, der Körperverletzung, des Todes. „Liebes Schulsystem“ gibt Schülerinnen und Schülern eine Stimme und jeder kann seine erheben. Zusammen können wir etwas verändern.  liebesschulsystem.com 

 

 

*Aufgrund der Leserlichkeit wurde auf konsequentes Gendern verzichtet, es sind aber immer alle Geschlechter gemeint

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